Donnerstag, 19. Januar 2017

Trotzphasen bei Kindern

                                         Wenn das Kind beißt,kratzt,kneift ...


Kinder sind meist sowieso schon in einem schwierigen Alter, wenn manche auch noch anfangen zu schlagen oder zu beißen.Uns Eltern ist es dann natürlich äußerst unangenehm, wenn andere Kinder auch noch dadurch verletzt werden.Nicht selten wird man völlig verständnislos von anderen Müttern angesehen ,weil das Kind agressive Handlungen zeigt.Man fühlt sich,als hätte man in seiner Erziehung versagt ,das Kind falsch behandelt- die Selbstzweifel melden sich an vorderster Front.Woher aber kommt in einer bemühten -Familie dieses Verhalten?


Ursachen für agressives Verhalten bei Kindern

Ein starkes Temperament
Gerade Kinder,die besonders viel Temperament und Energie haben ,nutzen Gerangel um diesen
Überschuss loszuwerden.Außerdem sind sie reizbarer und fühlen sich oft schneller durch Kleinigkeiten angegriffen .Schnell fahren sie dann bei Angst und Unsicherheit aus der Haut

Suche nach Aufmerksamkeit
 Kinder lernen schnell,dass sie mit aggressivem Verhalten die Aufmerksamkeit von anderen Kindern,den Eltern oder vorgesetzten Personen wie Kindergärtnern oder Lehrern schneller bekommen,als über eine positive Handlung.

Druckmittel
Bereits Kleinkinder stellen früh fest,dass sie ihren Körper auch als eine Art Waffe einsetzen können,mit der sie andere kinder beherrschen.Auch wenn diese Feststellung zu erst nur versehentlich eintritt,motiviert die Beobachtung ,,Hey,wenn ich beiße reagieren alle um mich herum auf mich und die kleine Nervensäge hört endlich auf mit meiner Puppe zu spielen " sicherlich zu wiederholung.

spielerische Aggressionen
Aggressionen, die spielerisch eingesetzt werden,sollten nicht besorgniserregend sein.Kinder testen in Spielen wie Räuber & Gendarm ihre Kräfte und ihren eigenen bzw.den fremden körper aus.Für uns ELtern natürlich unverständlich,aber für kinder ganz normal ist es auch , über Aggressionen Kontakt aufzunehmen.Lautes Schreien oder Schubsen kann also wild aussehen aber völlig harmlos sein.

Agressionen als Ausdrucksform
In den ersten drei Lebensjahren sind es vor allem Kinder,die sich mit dem Sprechen noch schwer tun,die dann besonders mit aggressiven Verhalten auffallen.Wie auch in der Trotzphase wissen sich diese kinder,in Situationen in denen sie sich unverstanden fühlen,nicht anders zu helfen.

Häusliche / familiäre probleme
Kinder ,die mit familiären Problemen,wie Scheidung oder Tod umgehen müssen,flüchten sich mit ihren Sorgen und Ängsten oft in die Aggression.Wut ist leichter zu ertragen als Trauer und lässt sich einfacher zeigen. Auch Stress und Überforderung durch einen Umzug pder die Geburrt eines Geschwisterchens kann zu ähnlichem Verhalten führen.

Zu enge oder fehlende Grenzen
Beide Extreme tragen nicht dazu bei,ein besonnenes kind groß zu ziehen.Ein überbehütetes Kind kann nicht lernen,selbst konflikte auf friedliche Art zu lösen,weil es keine Chance dazu bekommt. Ein Kind ohne Grenzen hingegen stößt odt erst viel zu spät auf die notwendige Konfrontation durch fremde Personen.

Was kann man tun,wenn das Kind schlägt ,kratzt ,beißt ? 

Ursachenforschung
Zu erst muss man sich fragen,woher das Verhalten kommen kann.Ist etwas Außergewöhnliches passiert in der letzten Zeit ? Kinder ab ca. 3 Jahren kann man zum Teil auch direkt in einer ruhigen Minute fragen,was sie bedrückt.Man sollte allerdings nicht fest damit rechnen, eine ehrliche oder aufschlussreiche Antwort zu erhalten,da das meiste Verhalten bei Kindern keinen für sie eindeutig zu benennenden Grund hat.

Mitgefühl und Interesse
Existiert nun tatsächlich eine erkennbare Ursache heißt es Interesse und Verständnis zu zeigen.Es sind oft Kinder die rebellieren um Aufmerksamkeit zu bekommen , die sich durch Rücksicht wieder aufgehoben fühlen. Gemeinsam kann nach einer Lösung gesucht werden um mit der problematik anders umzugehen.Natürlich muss dem kind aber auch unmissverständlich klar gemacht werden, dass das Verhalten zwar grundsätzlich nachvollziehbar , dennoch deshalb noch lange nicht in Ordnung ist.

Alternative Methoden zur Konfliktlösung anbieten
Gerade bei Kindern in der Opferrolle ist es wichtig ihnen nahe zu legen,dass man auf Aggressionen anderer nicht mit Gegenaggressionen reagieren muss. Manchmal kann man Situationen auch einfach entgehen ( zb. durch weglaufen) oder man versucht ruhig zu besonnen zu bleiben und dem aggressiven Gegenüber den wind aus den Segeln zu nehmen.

Ein Vorbild sein
Als Eltern sollte man seinem kind die korrekte konfliktlösung bei jeder ,möglichenSituationen aufzuzeigen.Kinder lernen durch Nachahmung.Werden in der eigenen Familie konflikte über Gewalt und lauter aggressive Äußerungen gelöst,ist dies selbstverständlich absolut kontraproduktiv.

Konsequenz
Bei Aggressionen die rein auf dem ,,Ausprobieren" basieren gilt es , konsequent zu sein und eindeutig einzuschreiten.Verhalten wie Kratzen,Beißen oder Zwicken,dass nur darauf aus ist,zu sehen wie weit man gehen kann,darf nicht toleriert werden.Große Aufmerksamkeit darf dem Verhalten aber auch nicht geschenkt werden.Eine gute Möglichkeit ist es das aggressive kind kurz zu distanzieren,es mit ruhiger erklärenden worten beispielweise in eine andere Ecke des Zimmers zu setzen , um ihm gar nicht die Möglichkeit zu geben sich weiter schlecht zu verhalten.

Bestrafung
Bestrafung ist bei aggressiven Kindern das falsche Mittel.Es führt lediglich zur Festigung des Fehlverhaltens.Denn eine Bestrafung setzt an der falschen Stelle ein.Die Aufmerksamkeit erfahren kinder ja durch die aufwendige Beachtung ihres schlechten Benehmens.